Niagara

Niagara ging als Projekt des 1942 in Gevelsberg geborenen Schlagzeugers Klaus Weiss in die Musikgeschichte ein.

Die Idee

Als Schlagzeuger, Komponist und Arrangeur hatte Klaus Weiss 1971 die Idee für ein neues Musikprojekt. Das Besondere daran war die Prämisse, völlig auf Melodieinstrumente zu verzichten und sich auf die Verwendung von Schlag- und Perkussioninstrumente zu beschränken. Das Konzept sollte mit der Gründung der Band „Niagara“ erste Früchte tragen.

Mitstreiter zu finden, so Weiss, war im Raum München der frühen 1970er-Jahre kein Problem, da sich viele talentierte Musiker neuen Klangexperimenten widmeten. Nach erfolgreicher Suche trafen sich insgesamt sieben Musiker alsbald in den Münchner Union Studios, um mit der Verwirklichung der kreativen Vision von Weiss zu beginnen. Es stellte sich schnell heraus, dass die internationale Ausrichtung ein Glücksgriff war und das Projekt musikalisch bereicherte.

Erste Studioaufnahmen

im Frühjahr 1971 starteten die Aufnahmen für das NIAGARA-Projekt.
Im Studio fanden sich sechs Musiker ein: Die Amerikaner Cotch Blackmoon, George Green und Joe Harris, der Engländer Keith Forsey, der Venezuelaner Juan Romero und die Deutschen Udo Lindenberg und Daniel Fichelscher.

Das Album, das sich gut verkaufte, trägt schlicht den Titel der Band „Niagara“ und wurde 1971 von United Artists Records veröffentlicht.

Trotz des Erfolges des ersten Studioalbums entschied sich Weiss beim geplanten Nachfolgealbum für eine klassischere Jazz-Besetzung und verwarf den reinen Perkussionsound des Debutalbums.

Nachfolger und Ende des Projekts

Von der ursprünglichen Besetzung blieben dem Nachfolgealbum S.U.B. nur Udo Lindenberg, Daniel Fichelscher und Joe Harris erhalten. Das Album setzte auf eine Mischung aus Tasten, Gitare und Bläsern. Es erschien 1972, ein Jahr nach dem Debüt. Das Album konnte sich erneut gut verkaufen.

Für das nächste und letzte Album Afire, ebenfalls aus dem Jahr 1972, setzte Weiss wieder vermehrt auf Perkussions. Trotz des Erfolges wurde das Projekt anschließend von Weiss beendet.

Obwohl das Projekt eine relativ kurze Lebensdauer hatte, genießen die drei Alben bis heute bei Musikkennern Kultstatus und werden als stilprägend und bahnbrechend bezeichnet. Die Alben beeinflussten zahlreiche Perkussion- und Jazzbands der kommenden Jahrzehnte weit über die Grenzen Deutschlands hinaus.