Attila Engin, legendärer Perkussionist von internationalem Rang

Attila Engin wurde 1946 in Kayseri geboren und war ein türkischer Schlagzeuger.
Neben seiner Betätigung als Perkussionist machte er sich auch als Fusioninterpret und Bandleader der nach ihm benannten Attila Engin Group und als Komponist einen Namen. Außerdem war er in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre im Lehrbetrieb, als Dozent am Rytmisk Musikkonservatorium in Dänemark, tätig.

In den 1990er- und 2000er-Jahren war er in New York und Brasilien für zahlreiche Orchestergründungen verantwortlich, unter anderem für das bekannte Brazil World Orchestra.

Nach seiner ersten großen Schaffensperiode in Istanbul wurde er ab 1975 in der damaligen europäischen Jazzhochburg Kopenhagen ansässig und gründete die Jazzrockband Matao als erstes Projekt außerhalb der Türkei. Das Debutalbum Turkish Delight war ein internationaler Erfolg und zugleich gab Matao ihren Einstand auf dem Roskilde Festival. Für Engin sollten zahlreiche weitere Auftritte auf dem Festival folgen.

Wenige Jahre später im Jahr 1980 formierte sich die Attila Engin Group, deren Gründungsmitglied er war. Gleiches gilt für das sechs Jahre später ins Leben gerufene Copenhagen Royal Jazz Konservatorium, wo er, wie eingangs erwähnt, auch als Dozent tätig war.

Gerade im Bereich der Percussion Musik ist die Teilnahme am Tal Vadhya Utsav-Festival in Indien im Jahre 1985 zu nennen. Später, ab 1986, betätigte er sich wiederum als Organisator für das Internationale Schlagzeug- und Percussion-Festival World to World. Das Engagement dauerte vier Jahre und bot zahlreichen Künstlern aus dem Percussion-Bereich ein Forum.

Nebenher trat er in wechselnder Besetzung mit seiner Attila Engin Group in zahlreichen europäischen und türkischen Städten auf und konnte dabei meist auf staatliche Unterstützung im Rahmen der Kulturförderung zurückgreifen.

In seiner amerikanischen Schaffensperiode bleibt The Istanbul Orchestra zu nennen, das er im Jahre 2000 gründete. Dem gingen einige Fusion-Jazz Konzerte voraus auf denen er unter anderem auch für die Unterstützung türkischer Erdbebenopfer aus Anatolien im Jahre 1999 warb.

Ab 2005, in der letzten Schaffensperiode seines Lebens, war er vornehmlich in Brasilien tätig, wo er 2009 seine letzte CD Ocean of Emotion gemeinsam mit dem The Istanbul Orchestra und Turquoise veröffentlichte. Er verstarb 2019 in der brasilianischen Stadt Paranaguá.